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» Reiseberichte » Indonesien

Kleinod im Critter Paradies Lembeh Strait

Autor: Melanie u. Jürgen Weber - August 2015


Im Nachgang zu unserem Urlaub in Indonesien auf der Insel (Nord-)Sulawesi genauer auf der kleinen Insel Lembeh möchten wir gerne einen Reisebericht verfassen.
Wir sind im Zeitraum August 2015 zu einer kleinen, aber feinen „Perle“ im Muckdiving- bzw. Crittersparadies Lembeh-Strait aufgebrochen, dem NAD Lembeh Resort.
Gebucht haben wir die Reise bei extratour Tauchreisen, deren Organisation wieder perfekt funktioniert hat.
Nachdem wir bereits 2012 im Bastianos Lembeh Resort waren – was uns auch gefallen hat- haben wir uns dieses Mal bewusst für das etwas kleinere (in einer Nachbarbucht gelegene) NAD Lembeh entschieden. Wir hatten im Vorfeld viel Positives von dieser Anlage gehört und waren besonders auf das 2:1 –Tauchen (2 Taucher = 1 Guide) sehr gespannt. Um es vorweg zu nehmen – wir waren restlos begeistert.

Die Anreise erfolgte mit Singapore Airlines – das bedeutet für uns, da wir beide recht groß sind (>180 cm) – Urlaub von Anfang an. Der Sitzkomfort bei Singapore Airline ist einfach super und der Service an Bord lässt nichts zum wünschen übrig (Essen, Snacks, „Bailey’s auf Eis und ein Klasse-Entertainment (on demand) für alle Nachteulen, die im Flieger nicht schlafen können. Nach einem kurzen Zwischenstop in Singapore ging es nach Manado – knappe 1,5 Stunden klimatisierte Autofahrt und noch mal kurze 15 Minuten-Bootstour später empfingen uns duftende, eisgekühlte Handtücher, ein kühler Willkommensdrinks und unser Zimmer.
Das Resort ist eine kleine, sehr liebevoll gepflegte, Anlage mit 10 Standardzimmer (in Reihe) und 4 Einzelbungalows (etwas größer und am Hang gelegen) an einem schwarzen Sand/Kiesstrand am Fuße von vulkanischen Bergen - alle Zimmer mit Terrasse und Blick auf die Lembeh Strait. Die Standardzimmer sind top gepflegt (Möbel, Matratzen, Kissen – alles neu).

Die Verpflegung im NAD wird in Buffetform angeboten – immer abwechslungsreich und lecker. Das Frühstück umfasste Eierspeise + Würstchen/Bacon, Warmes (French Toast/Pancakes/Asiatisches) Toast + Butter / Marmelade/Nusspasten, Cornflakes+ Milch, Früchte, Kaffee/Tee/Säfte und war damit absolut ausreichend. Die Qualität des Essens war sehr gut. Wir haben alles probiert und alles hat hervorragend geschmeckt. Man isst gemeinsam an langen Tischen und kommt so schnell mit allen in Kontakt. Das Resortmanagement (Simon/Serge u. Familie) gesellt sich grundsätzlich dazu und so herrscht beim Essen eine recht familiäre Atmosphere. Da wurde dann übers Tauchen, Fotografieren oder sonstige länderspezifische Besonderheiten gefachsimpelt 
Zum Essen wurde grundsätzlich kaltes Wasser bereitgestellt. Fanta/Cola/Bier konnten zu fairen Preise geordert werden. Kaffee/Tee/Wasser stand rund um die Uhr (sowohl im Resort wie auf den Tauchbooten) kostenfrei zur Verfügung. Dehydrieren brauchte hier also niemand.

Nach dem körperlichen Wohl kommen wir nun zum Tauchen: Es gibt ein Hausriff, das von 6:00 bis 20:00 direkt vom Steg betaucht werden kann. Bei Paketbuchung mehr als 7 Nächten) ist es sogar kostenlos!!! Es gibt dort immerhin 3 kleine Wracks und ein paar Korallenblöcke. An sich ganz nett, aber bei dem Programm an Top-Tauchplätzen in der Umgebung eher zu vernachlässigen. Angeboten werden jeden Tag 2 Tauchgänge am Vormittag (mit Oberflächenpause bei Kaffee/Tee/Wasser/Früchten/Kuchen auf den Booten) und 1 Tauchgang am Nachmittag. Wer mehr möchte, konnte später noch zum Mandarin- oder Nachttauchgang aufbrechen. Die Ausrüstung wird komplett von den Guides betreut: vom Abholen am Ankunftstag bis zum Ausspülen zum Urlaubsende machen alles die Mitarbeiter.

Die Distanzen zu den Spots liegen in der Regel bei 5 bis 20 Minuten Anfahrt. Die Tauchplätze sind einmalig und unerwartet. Es gibt viele Plätze mit schwarzem Sand und leider auch Müll (das ist nun mal so und es hat ja auch was, wenn der alte Turnschuh oder Reifen zur neuen Heimat für Nemo & Co wird). Aber es gibt auch erstaunliche Riffwände, die wir in der Lembeh Strait nicht erwartet hätten. Riesige Trichterschwämme, Fächerkorallen, Felder mit bunten Weichkorallen und auch vereinzelt bunte Hartkorallen und und und...
Die Fische in Lembeh sind tendenziell klein bis sehr klein. Haie sucht man hier vergeblich. Wer hierhin fährt, der packt eher die Makrolinse ein, denn darum geht es hier – um die vielen kleinen und oft skurrilen Schönheiten + Kreaturen. Hier gibt man dem Guide zu Beginn des Urlaubs seine Wunschliste, was man Besonderes sehen möchte und tatsächlich, man bekommt, was man bestellt. Hier ist der Wunsch auf einen Anglerfisch zu ungenau – man kann sogar die Farbe oder die Größe wählen und ob mit oder ohne Haare. Die meisten Gattungen gibt es auch als Hairy-Version.

Hier sieht man nicht ein Pygmäenseepferdchen, sondern muss beim Zählen genau aufpassen, dass man die Einzelnen nicht aus den Augen verliert. Wir hatten bis zu 8 rosafarbene Pygmies auf einem Fächer. Wir hatten verschiedenste Oktopusse vom Blauring-, Butoti-, Langarm-, Kokosnuss-, Wonderpus- und Mimikoktopus.
Es gab unzählige Schneckenarten, die farbenprächtigsten und speziellsten, die wir bisher gesehen haben, z.B. 25 cm große Melibes oder Solar powered Nudibranches - ohne Worte)…..Und dank des entspannten 2:1 Tauchens hatte man auch immer ausreichend Zeit und Ruhe, um die Tierchen auch mal ein Weile beobachten und selbstverständlich fotografieren zu können. Der Guide sucht derweil weiter nach den Zielen auf der Wunschliste.

Ein Muss ist natürlich ein Mandarin -Tauchgang, um die putzigen Pärchen in der Dämmerung bei ihrem allabendlichen Balztanz zu beobachten. Wir haben auch einen Nachtauchgang unternommen und das wohl skurrilsten Tierchen bewundert, den Bobbitwurm, -ein Monster, wie aus einem Horrorfilm. Die Nachtauchgänge können hier spektakulär sein 

Fazit: NAD Lembeh ist eine Superadresse für Makrofans! Die Betreiber sind selbst begeisterte Foto- und Videografen mit professionellem Equipment und einem erstklassig eingerichteten Raum für Kamera und Technik.
Wir haben hier auch einige Wiederholer kennengelernt. Die meisten kamen zwar eher aus dem asiatischen Raum und blieben nur 5-7 Tage. Aber der Weg lohnt sich auf jeden Fall - auch für einige wenige Tage. Viele haben das Resort mit anderen Destinationen wie z.B. Bunaken kombiniert, was auch sehr reizvoll ist. Wir hatten diese Kombi in 2012 auch gemacht, da ich die Befürchtung hatte, mir würde der viele schwarze Sand aus Gemüt schlagen…Das hatte sich als absolut unbegründet erwiesen; ich war hellauf begeistert…Und so sind wir dieses Mal direkt für 14 Tage nach Lembeh gefahren und es gab wirklich an jedem Tag etwas neues, noch nie vorher gesehenes. Wir kommen auf jeden Fall wieder...
Melanie und Jürgen

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